„Europa im Doppelpack” – Die Klauprechtstraße auf dem Weg
zur 1. Europäischen Straßenpartnerschaft

 

Der 20. September 2009 war ein ganz besonderer Tag für die Klauprechtstraße und man wird sich noch gerne an ihn erinnern. An diesem Sonntag besuchten 50 Gäste aus der Via Gazzei im toskanischen Radicondoli die Straße in der Karlsruher Südweststadt, um sich über die geplante 1. europäische Straßenpartnerschaft unmittelbar vor Ort zu informieren. Aus Anlass dieses Besuches fand in der Klauprechtstraße ein Straßenfest mit dem beziehungsreichen Titel „Europa im Doppelpack“ statt. Die Italiener hatten ihre Straßenmusiker, die „BandaMia di Radicondoli“. dabei. Die Klauprechtstraße war musikalisch durch die „Rieberger Alb-Goischda“ vertreten, die über persönliche und berufliche Bindungen inzwischen in der Klauprechtstraße  wie in einer „zweiten Heimat“ angelangt sind. Dazu gesellten sich VAI MO, die Klauprechtstraßen-Hausmusiker aus der Südstadt. Entsprechend stimmungsvoll und fröhlich ging es beim Aufeinandertreffen der beiden Volksgruppen zu. „So gut drauf“ waren Italiener und Deutsche bei einem europa-familiären Aufeinandertreffen schon lange nicht mehr. Dass die zwischenmenschliche Begegnung funktioniert hat, zeigt die Frage eines spät sich hinzugesellender Festbesuchers, „wo denn die Italiener seien“. Will heißen: Deutsche und Italiener waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auseinanderzuhalten! Wo Sprache trennt, vereint die Musik!

Die Via Gazzei in der Toskana – eine Klauprechtstraße „auf italienisch“

Die Via Gazzei ist gewissermaßen die Klauprechtstraße „auf italienisch“ und jene Straße, die im Jahr 2011 den Titel „Europäische Kultur-Hauptstraße“ tragen soll – womit sie Nachfolger der Klaurechtstraße wäre, die sich bekanntlich um diesen selbst „auf der Straße gefundenen“ Titel im Jahr 2010 bewirbt. Das Projekt der „Europäischen Kultur-Hauptstraße“ hat inzwischen viel Aufmerksamkeit und Anerkennung auf politischer Ebene gefunden; zum Fest am 20. September kamen Grüße aus dem Bundespräsidialamt, aus dem Bundeskanzleramt, von EU-Parlamentariern und Bundestagsabgeordneten. Aus Rom schickte der deutsche Botschafter, Michael Steiner, ein sehr persönliche Grußbotschaft, in der er seine Überzeugung ausdrückte, dass die von der Klauprechtstraße ausgehenden Impulse für eine „europäische Kultur der Straße“ von großer Stimmigkeit seien. Die Stadt Karlsruhe, vertreten durch Kulturbürgermeister Wolfram Jäger, würdigte das ehrgeizige Europaprojekt am 21. September durch einen Empfang der italienischen Gäste vor deren Rückreise nach Italien im Bürgersaal des Rathauses.

Der „Geist des 20. Septembers“

Die Arbeitsgemeinschaft „Kultur der Straße“ der wirkstatt, die die Klauprechtstraße bei ihren Bemühungen um Kulturhauptstraßentitel und Straßenpartnerschaft begleitet, bleibt bei aller Begeisterung dennoch auf dem Boden der Realität. Und diese Realität sieht so aus, dass in den nächsten Monaten weitere Überzeugungsarbeit auf politischer Ebene geleitet werden muss, dass Anträge auszufüllen sind – und dass vor allem „der Geist des 20. Septembers“ weitere Verbreitung findet. Erst im Frühjahr 2010 wird sich dann erweisen, ob die geplanten Projekte den EU-Förderungs-Richtlinien genügen und im September 2010 beim nächsten großen Klauprechtstraßenfest die erste europäische Straßenpartnerschaft aus der Taufe gehoben werden kann.

Danke Rom!

Dass zum Europastraßenfest am Nachmittag des 20. September gutes Wetter sein würde, war nach Auffassung der Wettervorhersage sehr unwahrscheinlich. Aber oh Wunder: der Himmel hielt sich auf die Minute genau bis zum offiziellen Ende des Straßenfestes um 19 Uhr mit Regen zurück – dann kam er in Strömen herunter. Das war nach Meinung vieler Festbesucher ein weiteres gutes Zeichen dafür, dass auf den Europaprojekten der Klauprechtstraße ein besonderer Segen ruht. Auf diesen kann weiter gehofft werden, wenn auch zukünftig „Herzblut“ fließt und die Begeisterung für ein „Europa der Straße“ lebendig bleibt. In Rom baut man jedenfalls fest auf die Klauprechtstraße und der deutsche Botschafter Michaeln Steiner bringt es in seinem Grußschreiben zum Schluss noch einmal auf den Punkt: „Viva l’Italia, viva la Germania, viva l’Europa!“! Danke Rom! Das mit der Klauprechtstraße wird vielleicht noch mal ein sehr schöner Roman, eine europäische Liebesgeschichte

Wollen Sie bei den Europa-Projekten der Arbeitsgemeinschaft „Kultur braucht Straße“ mitarbeiten oder die Arbeit dieser Initiative fördernd unterstützen, dann wenden  Sie sich bitte an die wirkstatt eV, Forum für Erlebenskunst, Telefon 0721-378076.



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