„Europa wächst auf der Straße zusammen“ - Die 1. Europäische Straßen-Partnerschaft zwischen der Klauprechtstraße in Karlsruhe und der Via Gazzei im toskanischen Radicondoli

Am 18. September 2004 veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft „Kultur braucht Straße“ der wirkstatt das erste Europa-Kulturfest in der Klauprechtstraße. Auslöser war die Bewerbung der Stadt Karlsruhe um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2010“. Das mit der Kulturhauptstadt hat leider nicht geklappt, dafür kann die Straße fast auf den Tag genau 6 Jahre nach dem ersten Fest die 1. Europäische Straßen-Partnerschaft feiern. Am 9. Juni 2010 wurde in Brüssel dem Antrag auf finanzielle Förderung durch die Europäische Union entsprochen und die Klauprechtstraße kann sich mit der Via Gazzei im toskanischen Radicondoli „verschwistern“.
Warum eine Europäische Straßen-Partnerschaft?
Straßen sind die Lebensadern Europas. Wie in einem Mikrokosmos spiegelt sich in ihnen unser Zusammenleben. Bewohner ganz unterschiedlicher nationaler Herkunft nutzen nicht nur den gemeinsamen Straßenraum sondern sind auch auf vielfältige Weise mit ihm vernetzt – durch Wohnung, Versorgung, Arbeit, Soziales, Bildung und Kultur. Mit anderen Worten: Europa wächst auf der Straße zusammen! Dieses Zusammenwachsen auf europäischer Ebene zu pflegen ist – in Anlehnung an die Idee der europäischen Städtebeziehungen – das Ziel der „Europäischen Straßen-Partnerschaft“.
Was bedeutet die von der EU geförderte Straßenpartnerschaft ganz konkret?
Die Europäische Straßenpartnerschaft zwischen Klauprechtstraße und Via Gazzei ist als Austauschprogramm angelegt: Teil 1 findet vom 16.-19. September 2010 in Karlsruhe statt. Der Gegenbesuch in Radicondoli ist für die Zeit vom 22.-25. Juni 2011 geplant. Am Ende jedes Treffens steht ein Europafest; in Karlsruhe wird dieses Fest am Sonntag, den 19. September an der Kreuzung Klauprechtstraße/Hirschstraße stattfinden.
Dort wird eine große Bühne aufgebaut sein und es gibt mehrere Aktionsflächen. Von 13 bis 21 Uhr wird es hier richtig lebendig! Mehrere Musikgruppen, ein Italienisch-workshop, eine Puppen-Show und eine Fotoausstellung bringen südländische Atmosphäre auf die Straße. Die Pflanzung einer Säulen-Ulme an der Kreuzung Hirschstraße/Klauprechtstraße symbolisiert den „Säulen-Charakter“ für Europa, den die 1. Europäische Straßen-Partnerschaft in sich trägt.
Das vom 17.-19. September stattfindende Austauschprogramm hat 2 Schwerpunkte:
1- Eine Begegnung der Straßenmusikgruppen „Banda“ aus Radicondoli und der Guggenmusikgruppe „Rieberger Alb-Goischda“, die persönliche Beziehungen zur Klauprechtstaße pflegt. Die Musiker treffen sich zum gemeinsamen Spiel und treten bei den beiden Festen auch gemeinsam auf. Für 2011 ist beim Fest in der Via Gazzei die Uraufführung einer gemeinsam erarbeiteten „deutsch-italienischen Straßensymphonie“ geplant.
2 - Das zweite Element des Partnerschaftsprogramms ist eine europäische Geschichts- und Ideen-Werkstatt am Beispiel deutsch-italienischer Beziehungen. Bei dieser „Werkstatt“ können alle mitmachen, die sich für deutsch-italienisches Leben in Geschichte und Gegenwart interessieren und sich darüber informieren möchten, wie das „Europa der Bürgerinnen und Bürger“ zusammen wächst. Deutsche und Italiener bilden zusammen eine Werkstatt-Gemeinschaft, es wird in beide Sprachen übersetzt.
Wer sind die Träger der 1. Europäischen Straßen-Partnerschaft?
Die Träger des Projekts sind 2 Einrichtungen der Soziokultur, die jeweils einen besonderen Bezug zu „ihrer“ Straße haben: der Verein „Wirkstatt“ in Karlsruhe und der Verein „Pro Loco“ in Radicondoli. Die Europäische Straßen-Partnerschaft zwischen Klauprechtstraße und Via Gazzei versteht sich als Modellversuch für weitere europäische Kooperationen auf Straßenebene. Finanziell gefördert wird die Straßen-Partnerschaft im Rahmen des EU-Programms „Europa für Bürgerinnen und Bürger“.
Ausführliches Programm der Straßen-Partnerschaft und des Europafestes am 19. September 2010 in der Klauprechtstraße zum download: (pdf)