Systemisches Denken

Dieter Salomon (Januar 2002)

Systemisches Denken interessiert sich in erster Linie für Kommunikationen und Wechselwirkungen, also für Geschehnisse und Bedingungen in Systemen. Eine wesentliche Idee ist, dass Probleme, Wünsche, Ziele usw. nicht isoliert für sich alleine stehen oder sich nur aus sich heraus entwickeln, sondern in Verbindung mit dem Kontext (mit dem Rest der Welt) stehen.

Beratung

Beratungskonzepte, die bei unserer Fortbildung Anwendung finden und ständig weiterentwickelt werden, stehen jenseits von spezifischen Beratungsfeldern. Das bedeutet: Es geht nicht um "Nur-Therapie", "Nur-Supervision", "Nur-Coaching". Die Begriffe und das, was sich damit traditionellerweise verbinden lässt, gehen ineinander über. Therapie lässt sich von Supervision oder Coaching nicht mehr eindeutig abgrenzen.

Systemische Beratung

Systemische Beratungskonzepte orientierten sich früher in erster Linie an psychotherapeutischen Leitlinien. Das moderne systemische Denken tut sich zunehmend schwer mit dem Begriff "Psychotherapie", weil damit in der Regel "Krankheit" und "Heilung" assoziiert wird. Systemiker interessieren sich jedoch nicht primär für "Heilung" im klassischen medizinischen wie psychotherapeutischen Sinne, sondern für die Ausschöpfung vorhandener Ressourcen und für die Entdeckung neuer Wirklichkeiten.

Systemische Beratung hingegen orientiert sich an der (systemischen) Erkenntnis, dass das, was zwischen Berater und Klientin stattfindet, als Kommunikation bzw. als Interaktion zu beschreiben ist. Am Veränderungsprozess sind also sowohl die Beraterin wie der Klient beteiligt, beide arbeiten Hand in Hand. "Gemacht" wird also nicht "Heilung", sondern Kommunikation. Diese "Erkenntnis" führt zu folgenden Konsequenzen für die psychosoziale Beratung: